Windelfrei

Mit windelfrei – ich bevorzuge nach wie vor windelarm – wollte ich unmittelbar nach Ls Geburt beginnen. Da diese allerdings sechs Wochen zu früh auf die Welt kam, verbrachten wir die ersten beiden Lebenswochen auf der Intensivstation im Krankenhaus, auf der ein solches Experiment unmöglich war. Nach unserer Entlassung nach Hause brauchte ich eine weitere Woche zur Eingewöhnung. Mir wäre es eindeutig zu stressig gewesen, sofort mit windelfrei zu beginnen, soll es doch für Mutter und Kind entspannt sein und ohne Druck vonstattengehen.

Exakt drei Wochen nach Ls Geburt wagte ich einen ersten Versuch. Bereits am ersten Tag waren wir erfolgreich. Dass es funktionieren soll, hatte ich nicht nur während des Kurses von einigen Teilnehmern gehört, sondern auch in verschiedenen Foren gelesen. Dass es allerdings so schnell klappt, hat uns überrascht.

Mittlerweile sind fünf Wochen vergangen, seit L jedes Mal direkt nach dem Aufwachen über einem Töpfchen abgehalten wird. Sie wird tagsüber etwa fünf bis sieben Mal abgehalten. Nachts praktizieren wir windelfrei (noch) nicht.

Da es auf Anhieb funktionierte, ist meine Begeisterung nach wie vor ungebremst. Das Abhalten über dem Töpfchen gehört schon längst zu unserem Alltag, macht keinen Aufwand und allen großen Spaß. Im Vorfeld habe ich lediglich ein IKEA Lockig-Töpfchen besorgt, von welchem ich bisher nur das grüne herausnehmbare Teil verwende.

Seit fünf Wochen beobachte ich nun, dass L bis auf sehr wenige Ausnahmen jedes Mal nach dem Öffnen der Windel ihr kleines Geschäft über dem Töpfchen verrichtet. Bis vor einer Woche war es mir nahezu unmöglich, jedes große Geschäft abzuhalten, da sie permanent Stuhlgang zu haben schien. Doch auch dies hat sich mittlerweile verändert. Jetzt befindet sich oft nur noch ein kleiner Klecks in der Windel, während der Rest im Töpfchen landet. Gelegentlich kommt es sogar vor, dass wir eine Windel wiederverwenden können, da weder das kleine noch das große Geschäft darin verrichtet wurde.

Ich kann windelfrei jedem empfehlen. Es stärkt definitiv die Bindung zwischen den Eltern und dem Kind, macht großen Spaß und spart auf lange Sicht gesehen viele Windeln. Für uns ist das beispielsweise Grund genug, Windeln der Marke Naty anstatt Pampers zu verwenden. Sie sind genauso dicht, wurden jedoch sehr umweltfreundlich hergestellt und brauchen keine fünfhundert Jahre, um zu verrotten.

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